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Wirtschaft…

Ökonomische Bildung am Gymnasium Wirtschaftsakademie für Schüler

Der homo oeconomicus – ein rationell denkender Mensch, der all seine wirtschaftlichen Entscheidungen nach dem ökonomischen Prinzip trifft: gibt es ihn? Soll man ihn als Vorbild sehen? Ich sollte vielleicht doch lieber den Walkman kaufen, der nicht nur meine Lieblingsmusik spielt, sondern auch noch cool, angesagt und von … ist. Oder das neueste iPhone! Egal, was es kostet, ich muss es haben. Woher kommt das Geld, mit dem ich die Güter kaufe, die meine Bedürfnisse – notwendig oder nicht – befriedigen?

Das Sparen sowie der sinnvolle Gebrauch von Girokonto, von Krediten, Versicherungen oder Geldanlagen sind zu wesentlichen Faktoren der Teilhabe an der sozialen Marktwirtschaft und am gesellschaftlichen Fortschritt geworden. Finanzielle Allgemeinbildung zielt darauf ab, die Kinder und Jugendlichen auf folgenreiche finanzielle Entscheidungen vorzubereiten und sie mit negativen Folgen falscher Entscheidungen vertraut zu machen.

Der Unterricht im Fach Wirtschaftslehre soll den Schülerinnen und Schülern wirtschaftliche Grundkenntnisse vermitteln und zielt auf die Einsicht in Grundstrukturen und Prinzipien wirtschaftlichen Geschehens. Das Erkennen dieser Strukturen kann dabei helfen, unsere Schülerinnen und Schüler zu ökonomischem Denken und Handeln zu befähigen. Inhaltsbereiche der ökonomischen Bildung sind z. B. die Stellung der privaten Haushalte im Wirtschaftsgeschehen, Arbeit und Beruf, Funktionen des Staates in einer marktwirtschaftlichen Ordnung, die Wirtschaftsordnung eines Landes als Gestaltungsaufgabe, Unternehmen als ökonomische und soziale Aktions-zentren, internationale Wirtschaftsbeziehungen.

Ökonomische Bildung eröffnet viele neue Möglichkeiten des Lernens, beispielsweise durch die konsequente Verknüpfung von Theorie und Praxis. Es können auch außerschulische Lernorte einbezogen werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, sich zunehmend selbstständig ihr  Wissen anzueignen, Probleme zu lösen und ihre Umwelt mit-zugestalten. Dazu werden im Fach Wirtschaftslehre Lehr- und Lernverfahren wie Praktikum, Befragung von Experten, Fall-studien, Systemanalyse, Rollenspiel, Simulationsspiel, Planspiel Schulbanker, Planspiel Börse, Fallbeispiel u. v. a. integriert.

Die Wirtschaftsakademie für Schüler ist ein Bildungsangebot der Herzog-August-Stiftung zu Weißenfels. Die Teilnehmer erwerben zusätzlich zu ihrem schulischen Abschluss nach vier Semestern außerschulischer Weiterbildung eine nach entsprechendem Wissensnachweis erteilte „facultas oeconomiae“, die als Zusatzleistung in den jeweiligen Schulabschluss einfließt. Themen der Ausbildung sind u. a.: Wertschöpfung als Ziel der Wirtschaft, individuelles Humankapital als Faktor der Wirtschaft, Selbstständigkeit als Instrument eigenen wirtschaftlichen Handelns. Am Gymnasium in Laucha haben die Teilnehmer der nunmehr dritten Seminargruppe ihr Kommunikationstraining absolviert. Im sogenannten Rhetorikseminar werden den Schülern Grundlagen vermittelt, wie z. B. Redeaufbau, Argumentation und Sprech-Denk-Übungen, Anforderungen im Bereich mündlicher Kommunikation, Präsentationsaufbau. Diese Grundlagen werden dann bei Selbstpräsentationen praktisch angewendet und fachkundig ausgewertet. Construction Management und Gruppenübungen aus dem Assessment Center gehören ebenfalls zur Ausbildung.

Am 21.06.2010 war es so weit. Im Rathaus der Stadt Laucha wurden feierlich die Zertifikate „facultas oeconomiae“ an die Absolventen der Wirtschaftsakademie für Schüler übergeben. PD Dr. Beese, Vorsitzender des Präsidiums der Herzog-August-Stiftung, hielt die Laudatio, in der er die große Bedeutung zusätzlichen Wissenser-werbs unterstrich:

„Während andere Gleichaltrige mit Freunden ihre Freizeit mit Dingen verbringen, die weniger nachhaltig sind, habt ihr in eure Zukunft investiert und wirtschaftliche Kompetenzen erworben. Diese könnt ihr dann, sowohl arbeitsmarktorientiert als auch existenzgründerisch motiviert, in eure Lebensplanung einbringen.“

Astrid Winkler, Projekt-Betreuerin