Geschichtsexkursion nach Buchenwald

Wie jedes Jahr besuchten auch diesmal die 10. Klassen im Rahmen des Geschichtsunterrichtes am 4. April die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald in Weimar auf dem Ettersberg.

Mit einem Einleitungsfilm und anschließender Führung durch das Arbeitslager versetzte man uns in die Zeit des Nationalsozialismus zurück. Das ist gar nicht so einfach in 90 Minuten und 72 Jahre später.

Von den Blöcken, in denen die Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt waren, lassen sich nur noch die Umrisse erahnen – eigentlich schwer vorstellbar, dass dort 56.000 unschuldige Menschen totgearbeitet oder umgebracht wurden. Umso extremer fühlte es sich an durch die Pathologie und an den erhaltenen Verbrennungsöfen vorbeizulaufen und den Leichenkeller zu betreten, in dem 1100 Menschen erstickt sind.

Nach Abschluss der Hauptführung begaben wir uns auf dem zwei Hektar großen Gebiet zu einer Sonderausstellung rund um das Thema des sowjetischen Speziallagers, welches Ende des Zweiten Weltkrieges in Buchenwald entstanden ist und 1950 wieder aufgelöst wurde. Grund des Entstehens war der Beschluss der Alliierten und der Sowjetunion, nationalsozialistisches Gedankengut aus den Köpfen der Bevölkerung zu vertreiben. Die Aufgabe dieses Speziallagers auf dem sowjetischen Besatzungsboden bestand darin, aktive Nationalsozialisten aus dem Weg zu räumen und für ihre Taten zu bestrafen. Diese Lager wurden auch Internierungslager genannt und sollten so isoliert wie möglich von der Außenwelt sein. Die Lebensbedingungen waren, wie man sich denken kann, schlecht und unhygienisch. Die Sowjetunion machte genau da weiter, wo ihre Vorgänger aufgehört hatten – was für ein bitteres Fazit.

Der Besuch in Buchenwald war definitiv ein nachdenklicher, aber auch informativer Tag und brachte uns die Zeit und Ereignisse einmal auf ganz andere Weise näher als im Geschichtsunterricht.

 

Theresa Rockstroh

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