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Mrz 01

Faszinierende Zeitreise durch Franckes Wunderkammer zu Jelineks „Wut“

Einen Ausflug ins 17.Jahrhundert mit rasanter Fahrt in die Gegenwart unternahm am Samstag, den 25.02.2017, eine Gruppe von 35 literaturbegeisterten Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 10-12 in Begleitung von Frau Große sowie den weiteren Begleitpersonen Frau Feller, Frau Rockstroh und Frau Einzel.

Erstes Ziel der Reise nach Halle an der Saale waren die Franckeschen Stiftungen, die bereits 1698 durch den Theologen und Pädagogen August Herrmann Francke gegründet wurden. In einer äußerst kurzweiligen Führung durch einige der zahlreichen Ausstellungsräume wurde uns das Anliegen Franckes anschaulich nähergebracht und wir bestaunten die wertvollen Ausstellungsstücke insbesondere die umfangreiche Sammlung an teils über 500 Jahre alten Büchern in der Historischen Bibliothek.

Höhepunkt der Führung war jedoch die sogenannte „Wunderkammer“, eine barocke Kunst- und Naturalienkammer, die 1698 für den Realienunterricht (heutiger Realschulunterricht) angelegt wurde. Francke ließ über 3.000 Naturalien, Kuriositäten und Artefakte zusammentragen, um seinen Schülern die Zusammenhänge aller Wissensgebiete – unseres Lebens – nicht nur anhand von Büchern sondern in realer Weise zu vermitteln. Begeistert betrachteten wir ein von der Decke hängendes ausgestopftes Nil-Krokodil, welches ebenso aus Franckes Zeit stammen soll wie riesige Walknochen oder unzählige Gläser mit verschiedensten Tierembryonen.

Ziemlich erschöpft von so vielen interessanten Informationen ging es weiter in die Hallesche Innenstadt, wo wir zunächst in der Marktkirche Platz nahmen, um das soeben Gehörte und Gesehene zu verarbeiten.

Nach kurzer Ruhepause kehrten wir ein in den Prager Bierstuben, um uns für das abendliche Highlight zu stärken. Die große Vielfalt an tschechischen Spezialitäten ließ keine Wünsche offen.

Gut gesättigt gingen wir in das Opernhaus Halle, um uns die Aufführung des brandaktuellen Stückes „Wut“ der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek anzuschauen. Frau Große gab vorab eine kurze Einführung zum erwarteten Stück, da bereits der Aufführungsort – die Raumbühne Heterotopia- nichts mit einem gewohnten Theater zu tun hatte. Die Zuschauer des Stückes saßen in der Mitte des Raumes auf einer Drehbühne und ringsherum fand das Schauspiel statt.

Das Theaterstück selbst ist unbeschreiblich und in all seiner Doppeldeutigkeit nicht in Worte zu fassen. Nur so viel sei verraten, es handelt von unbändiger Wut über die feigen Anschläge auf die Zeichner der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ sowie einen jüdischen Supermarkt im Januar 2015. Aktuelle Bezüge zum NSU-Prozess sowie zur Flüchtlingskrise sind ebenso vorhanden.

Das muss man gesehen haben, also wer die Gelegenheit hat: schaut es Euch an und bildet Euch eine eigene Meinung! 

Völlig übermannt von dieser Theateraufführung waren wir um Mitternacht wieder am Gymnasium in Laucha.

Ein „groß“es Dankeschön von allen Mitreisenden für dieses tolle Erlebnis an die Organisatorin Frau Große!

 

Sarah Einzel

1 Kommentar

  1. christianf.

    wunderschöner artikel!!!! das stück muss man sich doch glatt mal anschauen 🙂 klingt sehr interessant

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