Armenien Tag 5

Der Samstag begann, für uns ungewöhnlicherweise, mit Schule. 9 Uhr mussten wir da sein, die Schüler haben jeden Samstag Unterricht bis 15 Uhr.
Wie sich im Gespräch mit einer Lehrerin herausstellte, hat die armenische Schule keine Homepage oder Website, so wie unsere. Felix und ich meinten, dass das jedoch kein Problem wäre, und machten uns an die Arbeit. Mit Hilfe eines armenischen Schülers, David, kamen wir gut voran. Währenddessen gestalteten die Anderen mit Hilfe von Frau Dreisow ein neues Logo für die Schule.
11 Uhr ging es für uns weiter in die Nationalgallerie, in der viele Kunstwerke und Malereien ausgestellt sind. Wir schauten uns Gemälde aus der Romantik an, überwiegend von dem Künstler Hovhannes Aivazovsky, dessen 200. Geburtstag zelebriert wird.
Danach fuhren wir zu Zizernakaberd, welches ein Denkmalkomplex in Jerewan ist, um den Opfern des Genozides/Völkermords 1915 zu gedenken. Der Komplex ist aufgebaut in einen 44 Meter hohen, gespaltenen Obelisken, welcher die Teilung der armenischen Siedlungen darstellt, zwölf Pylonen, in deren Mitte sich eine ewige Flamme befindet, sowie eine Mauer, auf der die Namen der Orte stehen, in denen die Opfer der Massaker wohnten. Inmitten der Pylonen stehend, betrachteten wir die ewige Flamme, um die stets Blumen von Besuchern gelegt werden. Es war eine bedrückende, aber unglaublich eindrucksvolle Stimmung.
Der Komplex hat auch ein Museum zu bieten, in dem viele Informationen zum Genozid gesammelt und sehr interessant aufbereitet wurden. Gerade weil das Thema im deutschen Geschichtsunterricht nicht behandelt wird und bis vor kurzem eher unpublik war, liefen wir gespannt durch das Museum.
Noch etwas bedrückt fuhren wir zu unserem letzten Stop an diesem Tag: das Handschriftenmuseum Matenadaran. Es ist das Zentralarchiv für historische Handschriften, welches auch zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Wir bekamen eine Führung und erfuhren, dass das armenische Alphabet früher auch als Zahlen genutzt wurde, welche Pflanzen oder auch Tiere als Farbpigmente für die Buchmalerei dienten, und noch viel viel mehr.
Erschöpft von den ganzen Informationen, machte sich jeder auf den Weg in seine Gastfamilie und somit ging für uns der fünfte Tag zu Ende. Man muss erwähnen, dass dieser Tag besonders anstrengend war, da es noch wärmer war als die Tage zuvor.

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